Leben außerhalb der Komfortzone
Auszüge aus meinem Buch Leben , Kochen und Spinnen, vö. Ende 2011 "Geschichten, Rezepte, Alternativen, Lebensart"
Retro Hausmannskost auf dem Vormarsch
Die neue Küche kombiniert Hightech mit lokalen Speisen und regionalen Produkten.
Hummer, Kaviar, Trüffel, Steinbutt, Kobe Beef, Foie Gras- bislang ein Muss in jedem Sternelokal. Doch die Tage der Luxusprodukte sind gezählt. Immer mehr Küchenchefs entdecken eine bodenständige, regionale Küche, natürlich auf höchstem Niveau. Selbst Spitzenrestaurants folgen dem neuen Trend. Jede Dekade steht für einen typischen Küchenstil, der auch die gesellschaftliche Wirklichkeit spiegelt. Die Sechziger lieferten mit Kalorienbergen die Wirtschaftswunderenergie. In den Siebzigern wurde Italiens Üppigkeit entdeckt. Die kühlen Achtziger spreizten die Finger an kleinen Silbergabeln der Nouvelle Cuisine. Die Neunziger brachten neben Fastfood Trends und Conveniencewahn weltgereisten Multikulti-Crossover-Brei auf den Teller. Ferran Adria brachte als erster Koch Techno Experimente und Molekulargimmiks in sein Restaurant. 32 gängige abendfüllende kulinarische Erotik, und eine Revolution. Vorbestellung erforderlich, jedoch mit einer Wartezeit bis zu 2 Jahren. Jedes Jahr wählt Adria einen neuen Praktikanten aus 150 000 Bewerbern aus. Sein Lokal ist 6 Monate im Jahr geschlossen, um neue Trends und Experimente durchzuführen. Das Elbulli sollte jedem progressiven Koch bekannt sein, denn Adria ist der Motor für Kreativität und kulinarischen Größenwahn. Aber auch er setzt auf regionale Produkte, und wird sich in den nächsten Jahren diesen neuen Trend widmen. Die Chemiepulver sind verschossen, in den abziehenden Rauch der Stickstoff-Desserts materialisiert sich eine neue Koch- und Produktwelt, die sich modernstenTrends und Technologien unterzieht, dabei aber auch das gewachsene Bewusstsein für Klimawandel , Nachhaltigkeit, fairen Handel, Biowahn und Vielfalt rekrutiert. Brandenburgisches Apfelschwein ersetzt japanisches Kobe Beef, Kalb vom nahen Biobauern die Gänsestopfleber. Flusskrebse, Saiblinge, Forellen und Sauerampfer den Hummer, Languste, Steinbutt und Trüffel. Der neue Luxus sind ganz einfache Restaurants, wir sie Jamie Oliver, Gordon Ramsay und Sven Elverfeld gestalten. "Think global, eat local" ist die Devise. Die Speerspitze dieser Bewegung bildet der Kopenhagener Rene Redzepi, dessen provokant karg möbliertes "Norma" von einem britischen Fachmagazin zum drittbesten Speiselokal der Welt gekürt wurde. Redzepi setzt auf konsequente Entglobalisierung und kocht nunmehr mit nordischen Zutaten. Wilde Moltebeeren statt Tomaten, Rapsöl statt Olivenöl, Apfelessig statt Balsamico, Rentier statt Iberico Schwein.
Ende Teil 1 Mathias Seidel Stand 18.06.2009
Wie die Hirnforschung beiträgt, unsereren Konsum zu erhöhen.
Als ich von meiner 11. Sternreise zurückgekehrt war, entbrannte zwischen zwei großen Produzenten von Waschmaschinen, Nuddleg und Snodgrass ein Konkurrenzkampf, dem die Presse immer mehr Raum widmete. Nudlegg hatte wohl als erster vollautomatische Waschmaschinen auf den Markt gebracht, die nicht nur selbständig zwischen Weiß-und Buntwäsche unterscheiden konnten, nicht nur wuschen , auswrangen, trockneten, bügelten, stopften und säumten, sondern den Besitzer auch durch werbegeschulte Aussagen , nutzlose Produkte anbot. Snodgrass reagierte , indem er eine Waschmaschine produzierte, die die Hausaufgaben der Kinder erledigte, Vierzeiler verfasste, und in den Abendstunden im Schoße der Familie das kulturelle Niveau des Besitzers erhöhte. Nudlegg torpedierte diesen Zug mit einer Waschmaschine, die neben waschen, wringen, bügeln, stopfen, säumen, und sticken noch seinem Besitzer Horoskope vorlies , Traumanalysen erstellte,mit herrlicher Altstimme Wiegenlieder sang , Hühneraugen besprach, und reimte.
Stellen wir uns die Frage nach unserem wirklichen Bedarf. 90 % der von uns angewendeten Produkte resultieren auf Beeinflussung. Der Genuß des Besitzens und Zeigens hat Hochkonjunktur. Schon bald wird das Budget in den Marketingbereichen nicht mehr für Models, Schampus und Fotografen bezahlt, sondern für Messmethoden, die erkunden, was im menschlichen Gehirn passiert. Beispeilsweise während des Einkaufs, beim Betrachten eines Werbespots, oder Logos. Dank der erheblichen Fortschritte der Neurowissenschaften, das behauptet jedenfalls der dänische Marketing Guru Martin Lindstrom, werden mehr und mehr Marketing-Kampagnen und Strategien auf einen Bereich des Menschen abzielen, der eigentlich zu schwer zugänglich ist: dem Gehrin.
Sollte diese Beeinflussung tatsächlich funktionieren, werden wir nicht mehr auf billige Werbespots im Radio oder Fernsehen reagieren, sondern uns wie Zombies von der Fernsehcouch erheben um sofort die irre Fertigpizza oder das Superhandy kaufen, welches nicht nur telefonieren kann, Fotos schießt, unsere Route berechnet, das Topspiel der Woche überträgt, an Termine erinnert, Warenbestellungen vornimmt, unsere Lieblingslieder abspielt, sondern waschen, trocknen, bügeln, wringen, sticken, reimen und Horoskope verlesen kann.
Ende Teil 2 Mathias Seidel Stand 04.08.2009
Hirnforschung II Vorsicht Supermarktfalle
Die Mauer in unseren Köpfen bröckelt schon, und wird im nächsten Jahrzehnt endgültig fallen. Die Realität wird kreativer als die Phantasie. Eine dramatische Wende, die mit einem kleben innerhalb der gewohnten Komfortzone beginnt. Dort genießt der Konsument sein Leben. Die freie Konsum-und Erlebnisgesellschaft stützt die freie Wahl der Lebensgestaltung. 81 Sorten Toilettenpapier, Getränkesorten in mehr als 6 Geschmacksrichtungen. Geiz ist geil Mentalität. Megatrends brutal präsentiert durch Medien und Werbebeilagen. Über 100 Fernsehprogramme verteilt auf 4 Fernseher, sogar im Schlafzimmer. Es sind die Konsumenten innerhalb der Komfortzone. Sie wollen kaufen, sie wollen bestimmen, sich beschweren, König sein ohne Untertan, sie wollen wählen ohne Wissen. Wir reden vom Typ Mensch der gerne links fährt und mit Lichthupe drängelt, Leute verklagen will, zeigen muss, was er sich kaufen kann, seinen Anspruch präsentieren muss. Zu einem guten Anspruch gehört aber Niveau. Und da fängt das Problem an. Diese Menschen sind die Konsumenten die unseren Markt bestimmen, und zwar ohne Niveau. Sie haben Zeitdruck, sind rund um die Uhr erreichbar, und wollen immer nur das eine, billig, billig, billig. Dieses birgt eine Anfälligkeit, die sich die Industrie in den letzten Jahrzehnten psychologisch zu Nutzen gemacht hat. Und wir fahren widerstandslos mit. Selbst wenn wir für unseren Einkaufswagen im Supermarkt eine extra Fahrkarte kaufen müssten, würden wir uns unseren Einkaufswahn nicht entsagen können. Fahren wir also los, durch die engen Gassen unseres Lieblingsmarktes und halten ein paar Begegnungen fest. Zum Beispiel den "Safari Faktor". Der Weg zu den Waren , die man am häufigsten braucht, führt "rein zufällig" vorbei an jeder Menge Regale, Theken, Sonderaktionen. Es wird auch während der Geschäftszeit ständig umgeräumt. Der Hintergedanke: Jeder Kunde soll das ganze Sortiment an Waren sehen und den gewissen Schnäppcheneffekt wecken. Denn nur was wir sehen, bringt uns auf die Idee zu kaufen.
Aufgepasst Sonderangebot: Steht mitten im Gang eine Palette mit einer großen Menge eines gewissen Produkts vermuten wir automatisch, dass es billiger ist. Wir greifen zu. Supermarktketten nutzen diesen Reflex gezielt.. Meistens sind diese Produkte keine Sonderangebote.
Achtung Duftfalle: Was gut riecht, kauft man gerne. Also sorgen Supermärkte dafür, dass es in der Backwarenabteilung angenehm nach Kuchen duftet und es bei der Fischtheke frisch nach Zitronen oder Kräutern riecht. Eine Studie zu diesem Thema ergab, dass Düfte, den Umsatz bis zu sechs Prozent steigern können.
Die Lichtfalle. Warmes Licht und Spiegel lassen Obst und Gemüse frischer und dimensionaler aussehen. Genauso sorgt rötliches Licht in der Fleischtheke dafür, dass Fleisch sehr rot, rosa schimmernd und mager aussieht.
Dann der Trick mit der Kombiplatzierung. Neben den Spaghetti stehen die Dosentomaten, neben der Käsetheke ein Weinregal. Dass diese Produkte meistens teurer sind als in den vorgesehenen Abteilungen, merken die Kunden nicht. Auch die Einkaufswagen werden immer größer. Der Durchschnittskäufer kauft ledeglich nicht mehr als 15 Produkte. Diese sehen aber in einem riesigen Einkaufswagen so mickrig aus, das man grundsätzlich mehr kauft. Böse Zungen nennen dieses auch den "Ikea -Effekt".
Konsumtraining für Kinder: Von wegen kinderfreundlich. Mini-Einkaufswagen für Kinder sollen die Kleinen dazu animieren, ebenfalls beherzt in die Regale zu greifen. So kaufen Familien grundlegend mehr ein, und geben den Kindern die Möglichkeit, schon im frühen Alter in die Konsumwelt einzutauchen. Und dann kommt da ja noch die Quengel und Luxuszone. Die Süßwaren und Schnullipupsartikel an der Kasse. Bei jedem Einkauf ein Kampf bis in tiefste Abgründe öffentlichen Ärgernisses, bis hin zum Fernsehverbot für die "Sendung mit der Maus" oder "Expedition ins Tierreich". Der Gameboy hilft bei Fernsehverbot, sich dem persönlichen "knowledging" zu entsagen.
Wissenschaftler haben herausgefunden, dass nahezu die Hälfte der Kunden nicht länger als fünf Minuten einkaufen. Man beschallt also die Kunden während des einkaufens mit Entspannungsmusik. 72 Basstöne sollen den Ruhepuls des Menschen entsprechen. Das Gedudel dient aber auch dazu, das Kaufniveau des Kunden zu erhöhen. Hört der Kunde während des Einkaufs zum Beispiel klassische Musik, stuft er gleichzeitig seine ausgwählten Produkte höherwertiger ein. Von diesem Zeitpunkt an, beisst sich die Katze in den Schwanz.
"Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun. Moliere
Ende Teil III Mathias Seidel Stand 25.08.2010
Die mächtigste Kraft der Welt ist eine Idee, deren Zeit gekommen ist.
Ideen waren jahrelang Entwicklungen und haben sich ihren Platz im Rampenlicht hart erkämpft. Ideen sind aber gekoppelt mit Kompetenz, Kreativität und Persönlichkeit. Und da liegt der Hase im Pfeffer. Den Arsch in der Hose kann man nicht kaufen man hat ihn einfach oder muss ihn anfuttern. Anfuttern mit Taten, Erfolgen und auch Niederlagen. Persönliche Erfahrungen und Fehltritte sind dazu unumgänglich. Zur Formung eines makellosen Arsches zählt jeder Fehler. Es ist unstrittig, dass man aus Fehlern lernen kann. Dennoch wird diese Tatsache oft ignoriert. Fehler werden verschwiegen, verharmlost oder vollständig ignoriert. Viele Menschen beschweren sich über die Stabilität unhaltbarer Zustände. Gute Ideen, Reorganisation und Umgestaltung werden zu schnell als Unsinn dargestellt. Hinter diesem Unsinn steckt meist Bequemlichkeit, Unvermögen, Egosimus oder mangelnde Einsicht unqualifizierter Personen. Andere wiederum lassen sich nicht von ihren Weg abbringen. Dort schlummert schon ein kompetenter Arsch jedoch ist dieser noch nicht entdeckt. Diese Menschen sind ausnahmslos die waren Pioniere unserer Zeit. Ihre Ideen sind oft in dunklen Kellern oder Garagen entstanden und haben ganze Kontinente verändert. Die persönliche Kompetenz ist somit der Schlüssel zum unbekannten Schloss. Wir unterscheiden vier Stufen von Kompetenz.
Unbewusste Inkompetenz: Wir machen etwas nicht richtig, und sind uns dessen aber auch nicht bewusst.
Bewusste Inkompetenz: Wir machen etwas nicht richtig, und wissen das auch. Wir wissen aber nicht, wie wir es richtig machen können.
Bewusste Kompetenz: Wir haben gelernt, wie etwas gemacht wird, und wir achten darauf, das wir keine Fehler machen.
Unbewusste Kompetenz: Wir tun etwas einfach, ohne dabei noch nachdenken zu müssen. Beim Gitarrespielen sausen die Finger über das Griffbrett. Die Finger wissen einfach, wo sie hinmüssen. Bei dieser Stufe machen wir einfach alles richtig.
Lassen sie Ideen freien Lauf. Ideen sind Alltagsgut. Sie beginnen mit dem aufwachen und gehen mit Ihnen wieder ins Bett. Ideen sind infektionen, gegen die es keine Gegenmittel gibt. Ideen durchziehen den gesamten Lebensinhalt. Im Beruf, Partnerschaft, Sport, Musik und natürlich der Erotik. Gemeint sind allerdings nur Ideen die unsere soziale Gesellschaft, Frieden und Kreativität fördern und uns zu einer Harmonie verhelfen. Geruhsamkeit ist das Codewort .
Mathias Seidel Stand 14.12.2009
Generation 13 Die Gesellschaft am Scheidepunkt ? Eine Geschichte über Ethik, Moral und Verlust.
Nach einer Theorie des Historikers William Strauss wird jeder zwischen 1961 und 1981 Geborene einer Generation angehören, deren Zukunftsausichten sich in Verlust von Idealen, Selbstherrlichkeit, Arbeitslosigkeit und mentaler Verwahrlosung spiegeln. Auf den Straßen herrscht Chaos und Gewalt. Generation 13, die 13. nach dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Der Bezug zur heutigen Realität , der Wahn und das Streben nach dem "American Way of Life " ist allgegenwärtig. Das Streben nach Wohlstand und Schönheit lässt in vielen Menschen die Realität verschwinden. Unterstützt durch brutale Medien. Die Möglichkeit, sehr nah am Weltgeschehen und deren Katastrophen teilzunehmen rauben die eigene Meinung und die Möglichkeit einen eigenen Stil zu entwickeln. Oberflächliches TV und die Vielfalt der Beeinflussung durch sensationshungrige Fernsehsendungen trainieren in den Zuschauern die Fähigkeit Schikanen und Intrigen in den Alltag zu installieren. Die Beschreibungen von William Strauss durchziehen mittlerweile unseren gesamten Alltag. Es herrscht Bürgerkrieg auf höchstem Niveau. Was wäre ein Tag ohne Drama. Was wäre DSDS ohne Tränen und Nervenzusammenbruch. Was wäre Dallas ohne J.R, Wicki ohne den schrecklichen Sven. Ich glaube man empfände es so, als würde Otto Waalkes ehrfürchtig aus der Bibel vorlesen. Die Tagesschau hat mittlerweile eine Sendezeit von 45 Minuten. Bayern München spielt in der 2. Liga. Bin Laden ohne Bart, Hunde und Katzen gründen Wohngemeinschaften, Neid und Massenhysterie auf dem Vormarsch. Ist in jedem von uns eine lebensnotwendige Fähigkeit verloren gegangen? Selbsterkenntnis ! Dazu kommt der Konsum, der uns jede Art des kreativen Denkens raubt. Die Fähigkeit eigenständig zu handeln, das Notwendige zum Erhalt des Lebens, der Existenz und der Weitergabe von Erfahrungen und Instinkten an seine Nachkommen weiterzugeben sind nahezu in uns verbrannt. Wir können alles kaufen oder im sitzen online bestellen. Die Welt ist ein Warenhaus geworden. Wir leben alle einfacher, komfortabler und weitgehender. Leben wir aber besser ? Die Möglichkeit mit einem Mausklick an der Konsum-und Informationswelt teilzunehmen, die aktuellsten Katastrophen online zu verfolgen, lässt Sucht und Gier wachsen. Am heutigen Tag des 15.November 2010 , 14,38 Uhr ist es tatsächlich möglich gewesen, das Feuer eines 30 Etagen Hochhauses in Shanghai live im Internet zu verfolgen. Dazwischen Werbespots vom Media Markt und Daimler Benz. Wo ist die Ethik hin. Wo ist der Respekt vor den Menschen, die dabei zu Tode gekommen sind. Wo ist das Mitgefühl gegenüber den Angehörigen, die vielleicht Vater oder Mutter verloren haben. Dieser Prozess wird wie ein Schneeballsystem unsere Konsumwelt an den Scheidepunkt bringen . Wenn wir uns unserer eigenen Ethik gegenüber bewusst werden, mit ökologischen und ökonomischen Sachverstand handeln, entwickeln wir automatisch einen moralischen Kompass, der uns durch die "Generation 13" führen wird. Beobachten Sie den Konsum der Menschen und schauen sie sich selbst auf die Finger. Werden Sie sich Ihrem realen Konsum bewusst. Essen Sie jeden Tag Fleisch? Zu billigen Angebotspreisen ? Aber Vorsicht! Wie schon Frank Zappa in einem seiner Werke schrieb...
..."don´t eat the yellow snow" Hier ein paar Zahlen.
Im Jahr 2009 leben in Deutschland 13 Millionen Rinder,
65 Millionen Schweine, 54 Millionen Masthühner, 50 Millionen Legehennen, 2,6 Millionen Enten, 400 000 Gänse, 22 Millionen Kaninchen, 3 Millionen Schafe, 160 000 Ziegen,
Ca. 8 Millionen Versuchstiere.
Täglich werden 140 000 Tiere geschlachtet,
Jährlich kommen ca. 400 000 Tiere schon tot und halb verwest am Schlachthof an. Diese werden dann zu Tiermehl verarbeitet und ihren Artgenossen, die eigentlich Pflanzenfresser sind, als Futter vorgesetzt.
Aufgrund der großen Nachfrage und der Gier nach billig, billig, billig, erhält ein Masthuhn nur 5 Wochen Lebenszeit. Künstlich hochgezüchtet werden täglich in Deutschland 800 Tiere pro Minute geschlachtet. Tag und Nacht, also 24 Stunden, 365 Tage im Jahr.
Im Jahr 2008 wurden 8 Millionen Wirbeltiere für Versuche zu Tode gequält.
Zur Erzeugung von 1 kg pflanzlicher Nahrung werden 60 Liter Wasser verbraucht. Zur Erzeugung von 1 kg verzehrfertigem Fleisch werden bis zu 15 000 l. Wasser verbraucht bzw. verschmutzt. Sekündlich produzieren weltweit alle Masttiere 120 000 Tonnen Exkremente. Spuren davon, vermischt mit Pestiziden und Kunststoffresten befinden sich bereits in unserer Blutbahn und unserem Lymphsystem. Blutproben bei den Urwaldvölkern Borneos und den Inuid Stämmen des nördlichen Polarkreises haben diesen Giftcocktail selbst in diesen Teilen der Erde bestätigt.
Masttiere sind überwiegend Pflanzenfresser. Um diese Mengen an Mastfutter zu produzieren, werden in Südamerika täglich 15 Hektar lebensnotwendiger Regenwald abgeholzt. Die gerodete Fläche wird zum Sojaanbau genutzt. Soja, eine Pflanze, die eigentlich unter den südamerikanischen Klimabedingungen nicht wachsen kann. Kunstdünger und Pestizide sind demnach unumgänglich. Dieses Soja wird an die EU verkauft, um die Geflügelmastbetriebe auf Quote zu halten. Vermischt mit Getreidefutter und Antibiotika ein gewinnbringendes Dopingmittel. Der größte Teil des gesamten Getreides auf unseren Planeten geht in die Mastfutterindustrie.
Gemessen an der Welternte wird von der gesamten Getreideernte 49 % an Masttiere verfüttert.
Alle 2-3 Sekunden stirbt ein Kind irgendwo auf der Welt an Unterernährung.
Piep, piep, piep,
guten Appetit!
Mathias Seidel, Stand 08.07.2010
Die wahre Geschichte vom Nikolaus, Weihnachtsmann und dem Unterschied von Gabe und geben.
Der Nikolaus von Myra , dem heutigen Demre in der südlichen Türkei westlich von Antalaya wurde von seinem Onkel im Alter von 19 Jahren zum Priester geweiht. Als Sohn reicher Eltern wählte man ihn später zum Bischof der christlichen Gemeinde. Als seine Eltern an Pest starben, erbte Nikolaus ihr Vermögen und verteilte den größten Teil an die Armen. Es wird überliefert, dass Nikolaus nachts heimlich , Gold und Münzen in offene Fenster der armen Bevölkerung warf um Familien zu ermöglichen den Töchtern des Hauses eine Mitgift zu liefern. Dieses sind verbreitete Legenden. Seine Taten und Gaben sind in der gesamten Region um Demre bekannt. Mit einem Teil des geerbten Vermögens hat er zu der Zeit schon spekulativ gewirtschaftet. Die Gewinne hat er wiederum für die Armen verwendet. Nach seinem Tod um ca. 351n. Chr. wurde er später heilig gesprochen. Er starb am 6. Dezember. Seitdem ist dieser Tag in vielen christlichen Glaubenrichtungen ein Feiertag. Es ist aber zu beachten, das dieser Tag mit Weihnachten nichts zu tun hat. Nikolaus und Weihnachtsmann kannten sich ebensowenig wie Goethe und Gottschalk. Der Weihnachtsmann wurde von holländischen Auswanderern nach Nordamerika gebracht. Der niederländische "Sinterklaas" war in den Niederlanden eine Tradition, die in anderen Ländern wenig bekannt war. Dieser "Sinterklaas" hatte einen langen Bart einen langen Mantel und eine Mütze. Dieser traditionelle "Sinterklass" wurde dann nach seiner Einreise in die USA um 1900 von der Firma Coca Cola für die eigenen Interessen vergewaltigt. Der Bart , die Mütze und das Gewand wurde in den Firmenfarben für Werbezwecke mißbraucht. Seit der Zeit nahm der Konsum seinen Lauf. Bis zum heutigen Tag ist der Weihnachtsmann so geblieben, wie Coca Cola ihn zu jener Zeit schuf. Die Legende des Nikolaus wurde ebenfalls in die aufstrebende Konsumwelt integriert. Nikolaus wurde von der Industrie befördert. Er galt von nun an als Vorbote des Weihnachtsmann, der in den Vortagen des heiligen Festes den Kindern Fernseher, Handys, PC Spiele und eine Menge Süßigkeiten in die Stiefel legt. Die Legende des Nikolaus ist somit verkümmert und ich behaupte, das die wirkliche Person Nikolaus keiner mehr kennt. Damit das Verständnis des Nikolausabends nicht zu kompliziert wird, muss alles etwas oberflächlicher und abgekürzter angeboten werden. Dafür hat die Industrie und der Handel längst gesorgt. Später wurde umstrukturiert. Weihnachtsmann und Nikolaus bekamen einheitliche Berufskleidung und sind somit die Quotenkönige im gehobenen Marketingmanagement. Das Weihnachtsfest besteht aus Wunschzettel, haben, nehmen und wollen. Haben die heiligen Könige am Tag der Geburt Christi nicht zu Bescheidenheit, Frieden und Gemeinschaft aufgerufen? Besinnlichkeit und Geruhsamkeit an den Vortagen des heiligen Abends? Sind sie noch in der Lage diese Geruhsamkeit in den Vortagen des Weihnachtsfestes zu leben? Einkaufsstress, Freizeitstress, Terminenge und das Gefühl immer mit dem Besten und Größten zu glänzen haben Ihre Geruhsamkeit von Ihren verkümmerten Rest des Daseins kastriert. Denken sie einfach an diesen Tagen über Ihre Geruhsamkeit und Ihre Familie nach. Beobachten sie das Lachen und die Freude in den Gesichtern Ihrer Kinder und Ihres Partners. Alles ohne Termine und tollen überdimensionalen Geschenken. Sie werden etwas entdecken.
In diesem Sinne,
frohe Weihnachten !
Mathias Seidel Stand 6.12.2010
Wie der "Nippes" unseren Haushalt sabotiert.
Er lauert überall und ist allgegenwärtig. Er verschanzt sich in allen Freiräumen des Hauses, auf Treppenstufen, Schreibtischen Schubladen, Handschuhfächern, Küchenregalen , Brotkörben, Abstellräumen und Kellern. Er bringt stillen Unmut und Verzweiflung. Wir reden vom „Nippes“ . Von Gegenständen die keiner braucht. Die Momentaufnahme einer Besänftigung des schlechten Gewissens. Bunte Schleifen an Weinflaschen, Geschenke in Glaspapier und Holzwolle, bunte Bleistifte mit Bommels dran, Sondermüll aus Überraschungseiern, Kugelschreiberarmeen, Comicfiguren die Zuckerpastillen ausspucken, wenn man ihnen zwingend den Kopf in den Nacken dreht. Blumengestecke in bunten Töpfen, die nach ausblühen zu keinem anderen Möbelstück passen. Unmengen von Kaffeebecher mit Bären, Diddl, Weihnachtsmänner und Fußballmotiven. Mit oder ohne Henkel. Die Mercipackung oder Pralinenkartons in den Wohnzimmerschränken mit Marzipan, Zartbitter und Kaffee-Sahneriegeln die keiner mag. Kleine Figuren aus den Kladeradadschregalen des Supermarktes, die Beilagenpackungen aus den Sonntags und Mittwochszeitungen, Seifenblasenflaschen im Goofydesign, Kitschkerzen, Plastiktüten, bunte Geschenkverpackungen, Bonuseinkaufskarten, Stoffmäuseschlüsselanhänger, Porzellanengel mit Coca Cola Logo, Comicfigurenschreibschablonen aus den Deckeln der verschlungenen Nutellagläser, Müsli 5erpack mit 2 Riegel die keiner mehr mag, Rucksäcke mit Werbedrucken, 99 Cent Gummieidechsen , die Plastik LKW aus den Bier Six Pack, schief aufgerissene bunte Chemie-Zucker Weingummiemitate, Duftprobepackungen im Zäpfchenformat , Möchtegernspruchsteine mit Texten wie „Friede, Freude, Glück und Segen bringt der Mathias im Orkanenregen“, Waschmitteltrommeln mit Extrabonus und Spruchkarten wie „Duftende Wäsche von früh bis spat, bringt euch Airiell in Nudeleggs Automat“
Dazu die Eiskratzerfraktion und Isodrink Plastiktrinkflaschenopposition. Diverse Vasen und in Firmenfarben glänzende Porzellanschüsseln die ehemals ein Gemisch aus aufgetakelten Pralinen Schutz , Glanz uns Gloria bieten musste. Kleine Drahtkörbe mit Kunststoffgras und wohl zu ernst gemeinten Ostergrüssen, Luftballons unbenutzt, Luftballons stramm gefüllt, Luftballons verwelkt und halb gefüllt. Nicht zu vergessen, das Schnullipupsspektakel aus der Juniortüte, das wohl fast in jedem Haushalt von Ecke zu Ecke getragen wird. Kunterbunte Stofftiere mit Dioxinvergiftung, Spardosen die keiner benutzt, Plastikpfeifen, nicht ganz gegessene Knabbergebäcktüten, Batterien die nicht in die Fernbedienung passen, Tettdybären aus Kräuselkrepp, Buntstifte, Bleistifte, Wachsmalstifte, Filzstifte, Riesenmalstifte, usw.usw.usw.
Das dieses Material einen großen Teil der Müllentsorgung zusätzlich belastet, außerdem noch eine Menge Energie verbrennt, oder einfach nur in die Umwelt geworfen wird, bedenken die meisten nicht. Jeder könnte natürlich versuchen, auf diesen unwirklichen „Nippes“ zu verzichten, indem er es von Anfang an ablehnt, sich durch Sonderverpackungen und zusätzlichen Geschenken der Industrie zu befreien und auf 99 Cent Klutschkramm verzichtet. Wer versucht, zuviel zu schenken, hat meiner Meinung nach schon von Anfang an ein schlechtes Gewissen, da er von der Verkaufsstärke seines Produktes nicht überzeugt ist. Dabei sind diese Zusatzprodukte immer teurer als die normale Verkaufseinheit. Ebenso die Mitbringsel für den Besuch am Nachmittag oder Abend. Würde ein nettes Wort bei der Begrüssung eines Freundes oder einer Freundin nicht ausreichen. Es ist bei den meisten, aber ein Mitbringsel aus der Nippesfraktion. Kleine Blumen in Porzellanfiguren, und
bunte Bleistifte mit Bommels dran.
Mathias Seidel, Stand, 05.09.2010
"Adultkids" auf dem Vormarsch, oder Vorsicht, Nutellafresser!
Haben Sie sich schon einmal gefragt, wer die wirklichen Kinder in unserer Gesellschaft sein könnten ? Es sind die Erwachsenen. Die Kinder sollen Leistung zeigen, und zwischen guten Zensuren, Tischsitten, Leistungssport noch so aussehen wie die Großen. Was die Kleinen an Leistung vortragen sollen, ist bei den Großen längst durch Kindesverhalten zu Naivität und Grenzenlosigkeit mutiert. Die Erwachsenen sind es, die Nutella in sich hineinstopfen, simsen, die grünen Gummibären am liebsten essen, TV Kindersendungen schauen, und die größte Kaufquote eines Kultproduktes vorweisen.
Dem Überraschungsei.
84 % der verkauften Überraschungseier, die eigentlich für Kinder bestimmt sind, kaufen Erwachsene. Nicht für die Kinder. Um so größer ist die Entäuschung, wenn sie anstatt der versprochenen Figur in jedem siebten Ei, einen Miniaturbausatz vorfinden. Es sind die Erwachsenen die neben "Moorhuhnschießen " und "Bauer sucht Frau" in Ihrem neuen Handy erst die Funktion der hinterlegten Spiele testen, anstatt die wichtigsten Daten und Funktionen zu erkunden. Ist es Regel , als eigentliches Vorbild moralischer Werte und Performer gesellschaftlicher Grundstimmung selbst wieder auf Muttermilch umzusteigen ?
In Japan ist es zur Zeit des "Tamagotties" (wie auch immer es geschrieben wird), dazu gekommen, das eigentlich die Erwachsenen diesen kleinen fellosen Gesellen als Gefährten auswählten. Als Kinderspielzeug wurde dieser kleine "Vollblutrealimutant" in unserer Welt förmlich gesteinigt . Die meisten sind verhungert. Die Spielzeugindustrie hat mit Ausnahmen, dafür gesorgt, dass Kinderprodukte , die eigentlich kreativ die Kleinen auf Ihren Entwicklungsweg für das weitere Leben begleiten sollen, zusätzlich noch die Großen begeistert, und zu maßlosen Käufen ohne Nachhaltigkeit und Erfolgserlebnisse animiert.
Sind Sie noch in der Lage ein klassisches Brett oder -Kartenspiel mit Regeln oder Teamgeist zu unternehmen? "Wii" oder "Playstation" zum Teufel. Singen Sie selbst, oder spielen gar ein Musikinstrument. Spielen Sie "Mensch ärger dich nicht" *** Monopoly, die Siedler oder auch "Meier" Sie werden langsam bemerken, welche niederen Instinkte in Ihnen verkümmert sind. Es werden kreative Linien durch Erfolgserlebnisse und lebendiger Geselligkeit erwachen. Dazu Bier oder Wein für die Großen, Sprudel für die Kleinen, und Würmchen für alle, und...
Nutella zum Frühstück.
Mathias Seidel, Stand 08.12.2010
Wer sich selbst nicht akzeptiert, wird ebenso wenig an eigenen Ideen und deren Erfolgserlebnissen teilnehmen.
Der Weg ist, zu erkennen,
und durch Beobachtung, Einsicht und Toleranz seine Lebensqualität zu verbessern.
Nur wenn Sie in der Lage sind,
allem voran aber
persönliche Bereitschaft zur Veränderung aufzubringen,
werden sie Lebensqualität im Alltag integrieren. Lernen sie einfach, sich selbst gut zu finden. Demnach wird Ihnen ihr folgendes Wohlgefühl einen Gefallen tun. Dieser Gefallen spiegelt sich in Realisierung Ihres Alltagsgut . Dieses Alltagsgut begleitet Sie täglich 24 Stunden, Tag und Nacht. Es sind ihre Wünsche, Interessen eben alle Gedanken die das Gehirn umkreisen. Kastrieren sie Hemmungen und gesellschaftliche Zwänge. Befreien sie sich von Vormundschaften und Abhängigkeiten. Bauen sie eigene Kompetenzen auf und steigern Sie die Fähigkeit nicht nur alles zu tun was „Papi“ sagt, oder auch nur alles gut finden was „Papi“ gut findet. Und reden Sie nicht nur alles nach was „Papi redet und meint. Sie sind kein Papagei oder ein billiges Spiegelbild. Sie sind eine Persönlichkeit die eigenes Gedankengut vorweist. Der „Papi“ soll geehrt werden, jedoch ist es in vielen Fällen, das dieser „Papi“ in vielen Familien und Gemeinschaften eine Art Gurufunktion einnimmt, der über alles und jeden wachen und entscheiden will. Diese etwas an alten Traditionen gebundenen Personen leiden unter dem Fürstensyndrom. Sie wollen für alle Entscheidungen treffen und darüber walten. Viele wollen auch durch großzügige Gaben dafür sorgen, das sie in einen Gewissenskonflikt entgleisen, der ihnen Ihre eigene Handlungsfähigkeit raubt.
Denn nur in einer Lebenssituation, in der die wichtigsten Bedürfnisse gelebt werden können, entsteht dauerhafte Leistungsmotivation und Leistungsbereitschaft.
Das beginnt im Kühlschrank,
vorerst mit Einkauf oder der eigenen Kreativität,
der Lust, einen vorhandenen Wunschgeschmack umzusetzen.
Lassen sie sich nicht durch Supermarkt, Industrie und Produktion irreführen.
Suchen sie das richtige Produkt,
erkennen sie ihren Geschmack,
setzen sie ihre Stärken ein,
erfreuen sie andere mit Taten,
geben sie die Erfahrungen weiter,
lassen sie alte Klischees fallen,
erneuern sie Ihren Bedarf.
Ermitteln sie Ihren eigenen Bedarf. Betreiben sie „Self Improvment“ indem Sie sich Ihrem Konsum bewusst werden. Nur wer es schafft, Konsumresistent zu handeln, wird die Reichhaltigkeit an Waren und Rohstoffen wahrnehmen.
Sie erneuern alle materiellen Werte,
Alufelgen für den BMW,
die neue Glanzpolitur,
die Buchung des Pauschalurlaubs,
der neue große HD Fernseher,
die neue Frisur beim Starfriseur,
der bestellte Tisch beim Top Italiener,
Handy, PC, Organizer sowieso,
darüber reden wir gar nicht mehr,
das alles tun sie nur, damit andere es sehen,
aber,
wo ist darin ein eigener Lebensstil zu finden,
der Lebensqualität und Stärkung der Eigenkompetenz schult.
Entwickeln sie ihre eigene Software,
Lebe was du gut findest, aber lebe.
Mathias Seidel 18.01.2011
Rückblende Teil 1
Seit Anbeginn der Menschheit vor ca. 100 000 Jahren waren alle Völker der Erde festgelegten Ritualen untergeordnet.
Gemeinschaft, Verantwortung und Essen!
Das gemeinsame Essen festigte die Gesellschaft, die Erziehung und die Bildung der Familien.
Zu jener Zeit war die Gesellschaft in festen Rollen aufgeteilt. Die Jäger, die immer mit dem Vorlieb nahmen, was an Wild vorhanden war.
Die Bauern, die Tiere für den Verzehr hielten und sogar züchteten.
Die Sammler und Bauern, die immer das nahmen, was die Natur jahreszeitlich zum Besten gab.
In diesem Rollensystem musste Eigenkreativität in Bezug auf Vorrat, Zubereitung, Konservierung, Verteilung und Anbau immer neu definiert und verbessert werden.
Die Beute oder der Ertrag musste immer vollständig verarbeitet werden.
Das Fleisch und die Pflanzen als Nahrung, die Felle als Kleidung, Holz, Sträucher und Knochen als Baumaterial oder Waffen.
Blätter, Kräuter, Wurzeln als Medikamente oder glaubenskräftige Seren zu Gunsten der Götter.
Progressives Handeln, Experimentierfreudigkeit, Teambildung bei der Bewältigung lebensnotwendiger Grundlagen,
der Jagd auf Großwild,
Pflege der Kranken und Verletzten,
Erschließung neuer Gebiete oder Verfahren brachten die Menschen an ihre Grenzen. Sie überlegten, sie erfanden, sie organisierten.
KREATIVITÄT war verlangt,
SELBSTERKENNTNIS,
und
VERANTWORTUNG.
Erfolgserlebnisse gepaart mit dem Trieb zur Selbsterhaltung, Liebe, Wissensdurst, Neugier.
So kam es,
dass Werkzeuge, Kleidung, Spiele, Speisen, Salben, Extrakte, Pflegemittel, Medikamente, Getränke aus Kräutern und Beeren entwickelt wurden.
Produkte zur Erhaltung der Vitalität, des Wohlbefindens, der Bildung und der Gesundheit.
Die Freude am Dasein und am Leben nahm somit seinen weiteren Lauf.
Das HEALTHNESS war erfunden oder nennen wir es entdeckt.
Entdeckt aus der täglichen Verwendung üblicher Produkte oder Verfahren, deren Begleiterscheinung eine wohltuende oder sogar betäubende Wirkung erbrachte.
Der Drang nach mehr,
die Weitergabe von Erfahrungen,
der eigene Wissensdurst,
die Entstehung eigener Werte und Direktiven führten zu einer positiven Grundstimmung und zu Verantwortungsbewusstsein.
Freude am Leben,
Freude am täglichen Tun,
Freude an der Familie,
der Glaube an sich selbst.
Zu jener Zeit glaubte jedes Volk an sein eigenes Produkt oder Wundermittel.
Und, sie waren Stolz darauf, stolz auf sich selbst und auf ihre Herkunft.
Sie hüteten ihre Produkte wie ein Heiligtum. Viele Kräuter und Beeren, Innereien von Tieren, Gift von Reptilien, Gräser, Fahne und Kräuter wurden verehrt.
Basilikumsaft wurde zur Behandlung von Skorpionstichen und Schlangenbissen verwendet. Stillende Mütter verwendeten Basilikum zur Milchförderung.
Basilikum ist Adaptogen, das bedeutet, es hilft dem Körper, dem Geist und dem Organismus, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Strapazen werden besser bewältigt. So hieß es. Ist es eine Paarung aus Glaube und Angst ?
Wer weiße das schon!
So gewann man zur jener Zeit aber eine Art "STRESSRESISTENZ".
Basilikum wurde als Geschenk der Götter von den Völkern des nordafrikanischen und asiatischen Kontinents verehrt.
Jedes Volk hatte demnach sein eigenes Adaptogen wie
Knoblauch,
Minze,
Bärlauch,
Brunnenkresse
oder gar nur Petersilie.
Diese Paarung aus Glaube und Angst brachte Isolation. Abspaltung, Drang nach Selbstschutz und Hierarchie.
Dabei kam es zwischen den Völkern zu Auseinandersetzungen, Revierkämpfen und Kriegen.
Jedoch ?
Im Zusammenspiel taten alle Völker zu der Zeit aber das Gleiche,
sie taten das Gleiche,
obwohl sie niemals gemeinsam darüber gesprochen haben oder es in einer Direktive festlegten.
SIE NAHMEN IMMER NUR DAS, WAS SIE FÜR IHREN EIGENEN BEDARF BENÖTIGTEN.
Und jetzt beißt sich in unserem Gedankengut die Katze in den Schwanz.
Wo stehen wir heute in unserer Gesellschaft?
Dazu später mehr!
Zurück zu unseren Urvölkern
Sie teilten,
und gaben dem Ursprung die Möglichkeit eine Nachhaltigkeit zu erzeugen und zu bewahren.
Diese Eigenschaft war fest im Intellekt installiert und wurde von Generation zu Generation gelehrt, weiterentwickelt und gelebt.
Umweltkatastrophen, Klimaveränderungen und Kriege führten dazu, dass Völker sich auf Wanderschaft begaben.
Dabei entstanden neue Völkergruppen, eigene Kasten mit eigenen Ritualen und Direktiven.
Die Direktive des Essens gepaart mit Erziehung, Entstehung sozialer Gesellschaft, Bildung, und Verwendung neu entdeckter Produkte brachte sie wieder einen Schritt weiter.
NEUGIER!
Neugier und Selbstmotivation erreichten neue Dimensionen. Neue Verfahren und Produkte verbreiteten sich wie ein Lauffeuer. Dabei schwand die Furcht vor
Feinden oder raubenden Völkern.
Es wuchs der Konsens,
die Fähigkeit zusammen Erfahrungen auszutauschen oder zu erneuern. Produkte anzubieten oder sie gemeinsam zu gestalten. Treffen zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten.
DER HANDEL WAR GEBOREN.
Aus dem Handel entwickelten sich wiederum neue Kulturen und Direktiven.
Eigene Zubereitungsweisen, Rezepte, Traditionen, Kleidungsstücke.
PRIMETIME GOES FASHION!
Es entwickelte sich ein eigener Stil der Kleidung, Erkennungsmerkmale, Wahrzeichen, Uniformen.
Auch die Art des Essens und der Lebensweise.
Die Einnahme der Mahlzeiten in mehreren Gängen, eine eigene gesellige Art, Erlebnisse Geschichten und Fantasien in Heldengedichten und Liedern zu verewigen. Skulpturen, Zeichnungen, Vorführungen von Tänzen und Theatereinlagen gaben Ideale und Zugehörigkeit.
SELBSTERKENNTNIS,
DAS ERKENNEN DES EIGENEN ICH!
Und das mit allen dazugehörigen Konsequenzen und Entscheidungen.
Im Verlauf der Jahrtausende wuchs Tradition, Handel und Kultur. Das Streben nach mehr, brachte Völker in immer weitere Teile der Erde, und erweiterten damit auch die Fähigkeit, sich immer neu zu erfinden und weiter zu denken.
Das eigene "ICH" zersplitterte mit der Verdichtung gesellschaftlicher Zwänge, Ordnungen, Politik und Technisierung. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurden ganze Völkergruppen ihrer Direktiven beraubt.
Die Kolonialisierung führte zu Entfremdung ganzer Kontinente. Die Verkümmerung ethischer Werte durch Massenproduktion säten Gier und Maßlosigkeit.
Die Erweiterung von Industrie und Technik, der Drang nach noch mehr, ermöglichten dem wohl so perfekt entwickelten Mensch, sich seinem Urinstinkt zu entsagen. Kreativität und Selbsterkenntnis wurden nicht mehr gelehrt oder weitergegeben. Manuelle, natürliche und motorische Fähigkeiten bekamen immer weniger Anerkennung.
Die Grundstimmung des Lebens wandelte sich, materielle Werte, Traditionen und Positionen gingen allem Anderen voraus.
Uns geht es doch so gut, um das alles zu besitzen, muss man eben etwas tun, und sich im Job an einem straffen Leistungsprofil orientieren. So ist es in der heutigen Zeit Regel geworden erst den Lebensstandard festzulegen. Danach wird das Leistungsprofil erstellt, welches in vielen Fällen dem Standard nicht mehr entsprechen kann, da die Kosten nur durch ununterbrochene Manpower getätigt werden können. Dabei erreicht man aber nur das eine.
Viel Zeit für den Job,
viel Zeit für den Mercedes,
oder einfach nur gesehen werden,
kaufen können,
oder sich von Taten frei kaufen.
Die Möglichkeit, das eigene "ICH" und die eigene Erkenntnis in den Vordergrund zu stellen.
Die positive Bewertung der eigenen Person. Dieses ist in der heutigen FAST LIFE GENERATION verloren gegangen.´
Die Welt soll immer schneller funktionieren. Durch EDV, Internet, GPS, sollen immer mehr Aufgaben bewältigt werden. Diese aber in der gleich bleibenden Arbeitszeit.
Homeoffice, Notebook, I pad,
die Möglichkeit auch nach Feierabend berufliche Dinge von der Couch zu erledigen.
Manuelle Fertigkeiten, eigene Ideen sind nicht willkommen,
die Möglichkeit, die eigenen Gedanken um seine Träume und Ziele kreisen zu lassen sind deinstalliert.
so scheint es,
sie sind verdrängt, verkümmert.
Überdrehte Titel auf Visitenkarten geben selbst dem so geschundenen Filial- oder Abteilungsleiter das Gefühl, eine überdurchschnittliche Qualifikation zu besitzen. Reine Suggestion oder gar Selbstbestrafung. Die allgemeinen Lebensziele,
die von Ihren Gedanken umkreist werden sind
Liebe , Beziehung, Partner, Sex,
Geld
Beruf
Gesundheit
Reise
Wissen und Wissenserwerb
Hoffnungen, Glück, Wünsche, Pläne für die Zukunft und...
FREIHEIT!
Diese Themengebiete werden von ihren Gedanken umkreist. Sie ordnen diese nach Prioritäten. Dabei kommen sie urkomischer Weise immer zum Schluss.
Quellennachweise unter www.ethikworkshop.de Rubrik "Philosophisches"
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